Kinder mit Spaß motivieren

Spaß bewegt!
Dies ist eine wichtige Erkenntniss, die es umzusetzen gilt. Denn laut Statistik werden die Kinder in Europa und auch in Deutschland immer Dicker. Ein Grund dafür ist Bewegungsmangel. Der PC ist zum Spielzeug Nr. 1 geworden und hat viele Bewegungsspiele leider in den Hintergrund gedrängt. Umso wichtiger ist es, Ihrem Kind zu zeigen, wieviel Spaß es draußen machen kann und vor allem wieviel Spaß es macht, sich zu bewegen.

Nach Beobachtungen des Salzburger Experten Dr. Holger Förster (Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde) wird die durchschnittliche körperliche Leistungsfähigkeit von Kindern zunehmend schlechter. Als Folge davon verfügen die Kinder über wesentlich schlechtere koordinative Fähigkeiten, als noch vor 15 Jahren. Selbst einfache Kraftübungen wie Liegestützen können nicht mehr bewältigt werden. Normalerweise sollte ein siebenjähriges Kind mit kleinen Hüpfern, die mal mit links, mal mit rechts durchgeführt werden über einen auf die Strasse gezeichneten Strich springen können. Viele Kinder sind heutzutage in diesem Alter noch nicht so weit.
Eltern merken diese Defizite meist nicht, da die feinmotorischen Fähigkeiten vorhanden sind und sogar sehr weit entwickelt. So können Siebenjährige bereits problemlos Spielekonsolen bedienen und auch auf dem Handy schnell tippen. Die nötige Bewegung wird dabei jedoch übersehen. Wer gesund sein will, muß sich bewegen. Der menschliche Körper ist nicht dafür ausgelegt, ohne Bewegung richtig zu funktionieren. Das gilt umso mehr für Heranwachsende. Dabei kommt es nicht darauf an, eine bestimmte Sportart zu können, sondern auf Bewegung schlechthin. Wenn das Kind gerne Sport macht, ist dies umso besser und sorgt so automatisch für regelmäßige Bewegung.

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Aktivität fördern

Eltern können viel machen, um mehr Bewegung in den Alltag ihrer Kinder zu bekommen. Am besten fängt man, wenn es möglich ist, beim Schulweg an. Im Kindergartenalter ist nach moderner Einschätzung der Weg vom Kind noch nicht sicher genug zu bewältigen. Oft sind die Straßen, die zu überqueren sind, einfach zu gefährlich.
Sie sollten jedoch Ihrem Kind zeigen, wie selbstverständlich es ist, bestimmte Wege zu Fuß zurückzulegen. Das kann auch ein gemeinsamer Abendspaziergang mit der ganzen Familie sein. Da sich Kinder von sich aus gern bewegen, sollte es nicht allzu schwer sein, bestimmte Wege einfach ohne Hilfsmittel zu bewältigen. Auch hier gilt: gemeinsam macht es mehr Spaß.
Dazu muß man als Mutter oder Vater seinen Kindern oft auch mehr Freiraum geben. Sicher wollen wir unsere Kinder schützen, aber bereits im Schulalter können Kinder ganz gut einschätzen, was sie können und sollten nicht mit Ermahnungen oder ähnlichem abgeschreckt werden. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Kind auch etwas zutrauen. So wird die natürliche Neugierde unterstützt, Grenzen zu erweitern. Dies ist bei der Bewegung wichtig, da Kinder ständig wachsen und mehr bewältigen können . Haben Sie dies erst einmal verinnerlicht, sind sie ohnehin nicht mehr zurückzuhalten. Leider lenken PC-Spiele stark ab und viel Kinder vergessen einfach, wie toll es ist, immer mehr leisten zu können. Es ist spannend selbst zu sehen, wie man sich weiter entwickelt. Nutzen Sie dies und unterstützen Sie Ihre Kinder dabei. Wenn also Sport in er Schule (oder auch im Kindergarten) angeboten wird, überreden Sie Ihr Kind, regelmäßig daran teil zu nehmen. Erzählen Sie, wie Sie es gemacht haben, als Sie in dem Alter waren.

Bereits mit etwas Engagement können Eltern viel für zusätzliche Bewegung Ihrer Kinder unternehmen:
Wenn Sie einen Garten haben, nutzen Sie ihn mit Ihrem Kind zum rennen, Ball spielen, Sackhüpfen, oder bauen Sie einen Parcour mit verschiedenen Hindernissen.
Wenn Sie keinen Garten haben, können Sie aus Tisch und Stühlen oder Kissen auch einen Parcour bauen, der dann von den Kindern (man kann auch mal Freunde einladen) zu meistern ist. Am besten als Wettkampf, das macht die Sache spannender.
Wenn Sie spazieren gehen, nehmen Sie Bewegungsspielzeuge mit. Das kann ein Fußball sein, mit dem Sie dann unterwegs kicken, oder auch ein Federballspiel. Alternativ könne Sie auch mit "Entdeckerrucksack" losziehen und eine Gegend erforschen. Vielleicht gibt es in Ihrer Näche Grotten oder Höhlen, das ist sehr spannend. Aber auch in Wäldern lässt sich eine Menge entdecken (Zeckenschutz nicht vergessen). Auch das klassische Indianerspiel ist aufregend. Und wenn man einen abgesägten Baumstamm am Wegrand sieht, darf man ruhig drauf balancieren. Wer ist besser? Der Papa, die Mama oder der Sohn / die Tochter?
Leben Sie Bewegung vor und Sie sehen, wie Ihre Kinder dies gerne nachmachen.
Ganz nebenbei verbessern die Kinder mit jeder Bewegung ihre Koordination und beugen sozusagen automatisch Unfällen vor. Natürlich lässt sich ein Unfall nicht immer vermeiden, aber ein an Bewegung gewohntes Kind verletzt sich weit weniger, als ungeübte Kinder, die dann dazu neigen können, es zu übertreiben.
Wenn Sie mehr zur Vorbeugung von Verletzugen machen möchten, dann können Sie Ihr Kind beim Judo oder ähnlichen Kampfsporarten anmelden. Dort gibt es spezielle Fallübungen und die Kinder lernen "richtig" zu fallen, ohne sich dabei zu verletzen. Das gibt Ihrem Kind auch im Alltag mehr Sicherheit. Musikvideos von Kylie, Rihanna, Lady Gaga uvm. kostenlos auf MyVideo. Hier klicken!

Nun stellt sich die Frage, wie alt sollte Ihr Kind sein, um idealerweise mit einer Sportart zu beginnen?
Eindeutig kann das nicht beantwortet werden, da die Entwicklung der Kinder nicht immer gleich läuft. Soll sich das Kind jedoch auf eine Sportart konzentrieren, so empfiehlt es sich, vor der Pupertät so ab 10 Jahren, damit anzufangen.

Das heißt aber nicht, dass jüngere Kinder keinen Sport machen sollen. Nur eine Einengung sollte noch nicht stattfinden. Wenn der Junge mit fünf Jahren gerne Schwimmt und dies ausdauernd machen will, kann man es mit einem Schwimmverein versuchen. Aber der Spaß sollte im Vordergrund stehen. Der Junge sollte dann nicht gedrängt werden, immer mehr zu machen, damit er Wettkämpfe absolvieren kann. Es kann sein, dem Jungen macht es Spaß. Sollte es jedoch zuviel sein, ist weniger oft mehr.

Wenn Sie bei Ihem Kind ein besonderes sportliches Talent entdecken, dürfen Sie es ruhig fördern. Lassen Sie es aber nie zur Arbeit für Ihr Kind werden, denn Kind sein, sollte immer mit Spaß verbunden sein.

Es ist jedoch absolut richtig, sportliche Leistungen weiter zu entwickeln und auch dem Kind zu zeigen, wie es sich verbessern kann. Wie bereits erwähnt bewegen sich kinder von natur aus gern und finden es interessant, wie sie immer mehr leisten können.

Auch um eine nachhaltige Bewerung Ihres Kindes zu erreichen, sind Sportvereine sehr nützlich. Oft werden Schnupperkurse angeboten oder ein Schnuppertraining. Probieren geht über studieren und so kann Ihr Kind selbst herausfinden, wieviel Spaß die jeweilige Sportart macht. Wenn sich das Kind für eine Sportart entschieden hat, sollte es diese dann aber auch nicht gleich wieder wechseln. Es gab ja einen Grund für diese Entscheidung. Wenn dieser Grund irgenwann weggefallen ist, darf man schon über einen Wechsel nachdenken, aber nicht ziellos alles probieren und dann womöglich den Überblick verlieren.
Ein gewisses Maß an Selbstdisziplin darf verlangt werden. Zudem lernen die Kinder, wenn Sie für eine Sport trainieren, wie sie effektiver ihre Zeit nutzen können und zwar durch eigenen Antrieb. Dieser darf von den Eltern natürlich unterstützt werden. Lassen Sie Ihr Kind jedoch selbst herausfinden wie befriedigend es ist, wenn man seine Hausaufgaben erledigt hat, bevor man in den Sport geht, denn danach ist man zu müde.
Helfen Sie Ihrem Kind, die richtigen Sachen vorzubereiten und pünktlich zu sein. Und seien Sie da, wenn es mal nicht so klappt, wie Ihr Kind sich das gedacht hat. Aus das gibt es. Sprechen Sie darüber und machen Sie mut. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

(Stand Mai 2011)