Ein Projekt für mehr Bewegungsangebote das bis Oktober 2011 läuft wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt und der Deutsche Turner-Bund setzt es im Rahmen des Projektes „Aktiv bis 100 – Aufbau von Netzwerkstrukturen zur Umsetzung von Bewegungsangeboten für Hochaltrige am Wohnort“ um. Damit sollen Erfahrungen bei der Gewinnung sehr alter Menschen für Bewegung im Verein gesammelt werden.

Ziel ist es dabei, ein Netzwerk aufzubauen und gemeinsam mit Kooperationspartnern aus dem Senioren-, Sozial- und Gesundheitswesen funktionierende Strukturen für die Umsetzung von Bewegungsangeboten für Hochaltrige am Wohnort zu erproben und umzusetzen.

Das Projekt wird zunächst in 2 Modellregionen ausprobiert, wie es gemeinsam in einem Team – bestehend z.B. aus einem Turnverein, einem Ambulanten Pflegedienst und einer Kommune – gelingen kann, sehr alte Menschen, die bisher nicht sportlich aktiv waren, für ein Bewegungsangebot im Verein zu gewinnen. Die Bewegung im Verein soll dazu beitragen, die Funktionsfähigkeit des Körpers zu erhalten und eine drohende stationäre Pflegebedürftigkeit zeitlich hinauszuschieben oder zu verhindern. Zunächst wird in der Modellregion Achern in Baden erprobt, mit welchen Strategien es einem örtlichen Turnverein (TV Achern) und einem privaten ambulanten Pflegedienst (Häusliche Pflege Sybille Schreiner) gelingen kann, bewegungsunerfahrende sehr alte Menschen zu regelmäßiger Bewegung in einem Verein zu motivieren. Das ist eine große Herausforderung, denn die Hürden, im hohen Alter noch einmal mit etwas völlig Neuem zu beginnen, sind hoch. Die Angst, nicht gut genug zu sein oder sich vor Anderen zu blamieren, ist groß. Wie müssen alte Menschen angesprochen und motiviert werden, damit sie sich wagen, diesen mutigen Schritt zu gehen? Dies möchte der DTB gemeinsam mit dem Turngau Ortenau herausfinden. Klar ist, die sonst üblichen Mittel der Öffentlichkeitsarbeit, wie zum Beispiel durch Presseinformationen oder durch die Veröffentlichung der Vereinsprogramme, greifen bei diese speziellen Zielgruppe nicht. Hier müssen neue Wege ausprobiert und gefunden werden!

In einer zweiten Modellregion, die demnächst festgelegt werden soll, wird erprobt, ob es durch eine gezielte Ansprache von Angehörigen, zum Beispiel der erwachsenen Kinder, gelingen kann, ältere Menschen für Bewegungsangebote zu gewinnen. Können die erwachsenen Kinder der Hochaltrigen davon überzeugt werden, dass Mutter oder Vater aktiv werden müssen, um die Selbständigkeit weiterhin zu erhalten? Folgt aus dieser Überzeugung dann auch eine Aktivierung der Betroffenen? Können die Kinder ihre Mutter oder ihren Vater zur Bewegung motivieren? Sind die Kinder bereit, Ihre Eltern zum Sport zu fahren, wenn diese das nicht mehr allein schaffen, dorthin zu gelangen? Diese Fragen sollen beispielhaft in der zweiten Modellregion untersucht und beantwortet werden.

Dabei sieht man, wie nun auch in behördlichen Kreisen die Motivation zur Bewegung Einzug gehalten hat. Dies geschieht natürlich nicht nur aus Menschenfreundlichkeit, aber das ist nicht so wichtig. Viel wichtiger ist es, sich auf dieses Angebot zu sützten oder auch mal beim DTB nachzufragen, ob es Möglichkeiten in der eigenen Region gibt bzw wie der DTB weiterhelfen kann. Je mehr Menschen sich für solche Bewegungsangebote interessieren, desto wahrscheinlicher werden sie regional eingeführt.
Auch in kleinen Gruppen kann man etwas bewegen und es geht hier doch um uns selbst.


(Stand: März 2010)

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